dT&T in Elizabeth Danforths Bildern

Elizabeth Danforths Kunst trägt definitiv einen großen Teil zum Feeling von dT&T bei, vielleicht mehr als bei anderen Editionen. Das ist ein sehr großer Pluspunkt. dT&T ist das T&T, das am ehesten aussieht, als könnte es aus einer Fantasywelt fantastischen Welt stammen. Und Bilder von spielbaren Zentauren und Feen erwecken bei dT&T sehr schnell den Eindruck eine sehr fantasievollen Welt (ungeachtet des Namens: Trollworld).

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Das Cover von Delxue Tunnels & Trolls 8E ist an andere Cover angeleht. Das Grundmotiv: Eine Gruppe in Gefahr. T&T7 hatte auf dem bekannten Cover von T&T5 aufgebaut (das auch bei der englischen Corgi-Ausgabe neu interpretiert wurde) – und die Situation eine Sekunde nach vorne gespult. Im neuen Cover ist jeder Charakter einzeln in Gefahr, die Gruppe sieht die kommende Gefahr (Lerotra’hh?) nicht, die Situation wirkt umso bedrohlicher.
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T&T galt zwar früher unter D&D-Dilettanten in Amerika als albern (was einige der Betroffenen heute tragisch nennen), aber Danforths Bilder waren wohl schon immer besser als die von D&D. Wir deutschen Rollenspieler kennen Liz Danforth wohl hauptsächlich von den Illustration des Middle-Earth Roleplaying Systems (MERS). Dazu passt, dass Ken St. Andre sich für Trollworld immer schon zuallererst den Herrn der Ringe vorgestellt hat, wenn auch in einer fiktiven Version von Marvel Comics in die Conan, Elric und dem Grauen Mausling sowie lauter Bösewichter hineingeworfen wurden.
Aber zurück zu Danforth: Ihre Welten erscheinen sehr Art-Nouveau-lastig, also märchenhaft, aber nicht kitschig, eher zeitlos und stilvoll bis ins Detail (hier eines von der Künstlerin besprochen). Was ich besonders an DT&T mag: viele Motive sind direkt aus Sword & Sorcery und nicht nur High Fantasy entnommen:
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Manches wirkt dabei weniger EDOig dafür aber umso phantastischer. (Und die EDOs haben ihre Quirks. Bei den Elfen hören die Ohren nie auf zu wachsen – und auch die Nasen nicht. Im hohen Alter sehen sie eher wie Kobolde aus. Für alte Elfen jedoch kein Problem: sie verbergen sich hinter Schönheitsillusionen.)
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Übrigens stellt Danforth oft Frauen dar, sexy, aber eben nicht nur Chainmailbikini.
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Ich denke dT&T und Trollworld bietet die Chance, in einer phantastischen Welt zu spielen, in der Zentauren, Feen und Wesen, die du sonst noch nie gesehen hast, gleichzeitig in einer Taverne zu finden sind.
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Dazu kommen bei dT&T einige wenige, wohl auch alberne Comicelemente, die T&T schon immer begleitet haben (sozusagen mit den Zaubernamen „harmonierend“). Oft von einem schwarzen Humor geprägt, was wiederum seltsamerweise irgendwie zu der Tödlichkeit des Systems passt. Insgesamt aber dennoch eine eher ungewöhnliche Designentscheidung, ungewöhnlich aber – wie ich finde –nicht schlecht, vor allem wenn es Sohnemann ein Lachen entlockt.
Aber all das zeigt natürlich nur eines, dass in T&T und Trollworld sehr viel Unterschiedliches zusammentrifft oder umgesetzt werden kann. (So wundert es nicht, dass T&T als erstes RPG erlaubte, mit den Monstern komplett die Seiten zu tauschen.)
Danforth illustriert diese schöne Haltung: „das ist alles T&T – ja und das da hinten übrigens auch. (Und lach nicht, sonst kommt es dich töten.)“
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EDIT: Die Kunst von Danforth funktioniert übrigens gut zusammen mit den Hintergründen zu Trollworld (zu denen auch T&T-Gamer Michael A. Stackpole etwas beisteuert). In dT&T sind sie viel stärker ausgeführt als in vorherigen T&T-Regeleditionen und dennoch, um mit KSA zu sprechen: „Dies ist Fantasygeschichte so gut wie geht auf schmerzlos gemacht.“ Allem voran ist es die Geschichte vom Erfolg der Halbelfen-Halbork-Magierin Lerotra’hh, welche Drachen, Trolle und andere Völker gegen die freien Völker des Drachenkontinents vereinigt. Zusammen lassen Hintergrund und Illustrationen ein Bild entstehen von einer weniger pseudomittelalterlichen als eher phantastischen Welt, einer nicht überkomplexen Welt, die sehr alt ist, aber von wenigen Charakteren und einigen wichtigen Städten definiert ist. So ähnlich wie manchmal bei D&D, wenn auch weitaus weniger definiert. Und es ist natürlich eine Spielwelt: mit lauter multiversischen Portalen in andere Welten und verschiedenen Versionen ihrer selbst. (Jeder Spielleiter ist angehalten seine eigene Version zu entwickeln.) Auch hier wird auf etablierte literarische Sword-&-Sorcery-Motive zurückgegriffen (Leibers Spiel des Adepten, Elric Sturmbringer).
So erhält Tunnels & Trolls mit dT&T (vielleicht zum ersten Mal?) ein sehr deutliches Feeling für die Hintergrundwelt.
Wie ich finde, keine schlechte Sache für ein Rollenspiel, keine schlechte Wahl für ein sehr inklusives Standardsetting.

Eine Antwort to “dT&T in Elizabeth Danforths Bildern”

  1. […] this. Or this. Or this. Or this. This reviewer called it the best tabletop fantasy RPG of 2015. And this German-language post seems particularly complimentary about my artwork in the game. (Thank you, Google Translate.) And […]

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