Weltpolitik 270 v. Chr. – Haus Seleukos

Von allen Diadochen kam Seleukos Alexander wohl am nächsten. Er begann ohne Königreich und ohne Armee, dem Schutz von Ptolemaios völlig ausgeliefert. Im Jahre 270 vor Christus ist sein 54-jähriger Sohn Antiochos, an der Macht.

seleukos

Haus Seleukos ist das größte Haus und hat seit Seleukos‘ Niederlage in Indien gute Beziehungen zu dem Land, in dem seit 3 Jahren König Piodasses (von Priyadarshi, für: „der von den Göttern geliebte, welcher jeden für gut schätzt“, eine Titel von König Ashoka) regiert. Sogar vom Lande Seres jenseits von Indien, haben Seleukos‘ Boten Kunde gebracht, dem Land aus dem die weiße Seide ihren Weg in den Westen findet und in dem sich die Königreiche unablässig bekämpfen. Seleukos hat aber nicht nur das Wissen und den Reichtum der Perser geerbt, sondern auch ihre Probleme. Sein nun regierende Sohn Antiochos hält Hof in Antiocheia am Orontes. Haus Seleukos ist ein großer Rivale von Haus Ptolemaios, auch wenn Antiochos‘ Vater Seleukos seinen Aufstieg Ptolemaios zu verdanken hatte. Das Fernbleiben der Ptolemaier von der Schlacht von Ipsos, als Seuleukos mit den anderen Diadochen gegen Antigonos Monophthalmos zog, wiegt immer noch schwer. In jener Schlacht vor 30 Jahren wurde entgültig entschieden, dass es zu keiner Reichseinheit mehr kommen würde. Antiochos konnte sich seinen ersten Ruhm bereits in dieser wohl wichtigsten Schlacht nach Alexander sichern, als er die Kavallerie der Diadochenarmee gegen die Armee von Antigonos Monophthalmos und gegen die Kavallerie seines Sohnes Demetrios Poliorketes führte.

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Einwohner in Millionen.

Um sich um die nach dem Tod seines Vaters entstandenen Revolten in Syrien (die jüdische Bevölkerung brachte viel Unruhe in diese wichtige Grenzregion) und Kleinasien und Abspaltungen von Kappadokien und Mikra Armenia, sowie die längeren Probleme mit Bithynien und schließlich mit Ptolemaios kümmern zu können, schloss Antiochos vor 11 Jahren Friede mit dem Mörder seines Vaters, Ptolemaios Keraunos und überließ ihm Makedonien. 3 Jahre später schloss er Friede mit dessen Nachfolger Antigonos Gonatas als die Kelten in Kleinasien einfielen. Kleinasien konnte Antiochos nicht wieder sichern, konzentriert aber nun seine Kräfte, um die galatischen Kelten zu zähmen. Sein Plan ist es, sie in Zukunft zu Bündnispartnern zu machen, so dass er begehrte schwere Infanterie aus ihnen rekrutieren könne.

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Vier Jahre zuvor kümmerte sich Antiochos um die syrischen Gebiete, die Ptolemaios II zuvor eingenommen hatte. Die Offensive klappte aber nicht, eine Wirtschaftskrise und Seuche in Babylon erschwerte sie. Dazu kommt, dass der Osten des Reiches, Baktrien und Sogdien unter den Angriffen von Reitvölkern leidet und die Verbindung zum seleukidischen Reich abgeschnitten ist, seitdem Seleukos Ländereien mit wichtigen Gebirgspässen an Indien abgegeben hat. Es war sogar notwendig, Antiochos Sohn in den Osten zu schicken, um Baktrien und Sogdien zu regieren, doch selbst dies erzielte bisher nicht die gewünschten Erfolge.

Antiochos ist 54 Jahre alt. Das weiße Haarband auf der seleukidischen Tetradrachme ist das Zeichen der Königsherrschaft (diadema), es wird mit einem Heraklesknoten zugebunden (herakleotikon hamma), dem schützende und stärkende Kräfte nachgesagt wurden. Antiochos ersetzte Zeus als Symbol auf der Münze durch Apollo, der den orientalischen Kulturen näher steht und der Multikulturalität des seleukidischen Königreichs besser gerecht wird. In Mesopotamien war er als Gott Nabû sehr beliebt. Zudem entwickelte sich in Antiochia ein Apollo-Kult. Andere Symbole für das Haus waren der umgedrehte Anker und der Elefant, beides Symbole, die in früheren Münzprägungen aus Seleukeia vorkommen. Seleukos brauchte im Jahre 301 kurz vor der Schlacht von Ipsos 500 indische Kriegselefanten mit und konnte so Antigonos Monophthalmos‘ (der Vater von Demetrios Poliorketes) Anspruch auf die Herrschaft über das gesamte Reich abwenden. Es gibt mehrere Erklärungen dafür, warum die Seleukiden den Anker als Symbol verwendet haben. So wird der Anker auf den Sieg Rhodos in der Seeschlacht gegen Demetrios und die Antigoniden im Jahre 305 zurückgeführt. Kurz zuvor hatte sich Antigonos zum König ernannt. Durch den Sieg konnten sich die Siegermächte nun selbst als Könige inszenieren. Aus diesem Grund wurde mit dem Anker auch die Siegesgöttin Nike abgebildet.

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Die Handelsrouten sind die Hauptstraßen und -wege auf der Welt, wobei der Transport zu See aufgrund der Geschwindigkeit 25 Mal günstiger ist als der zu Land (wo nur lokal transportiert wird oder Luxusgüter in Karawanen).

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