T&T als Gute-Nacht-Geschichte

Ich hab vorhin Sohnemann ins Bett gebracht (8) und ihm dabei meine (vorläufige) PDF-Version von Tunnels & Trolls gezeigt und erklärt, dass das ein Spiel ist (so a la „wie das Sword & Sworcery vom iPad nur mit Freunden, Stift und Zettel und ohne Computer“). Und dann gings irgendwie los. Ich hatte ja irgendwie bei dem Projekt auch immer das Ziel, Rollenspiel an die Anforderungen der Erwachsenenwelt herüberzuholen (deshalb einfaches System, Justin Alexanders Open-Game-Table usw.), aber an diese Möglichkeit hatte ich nicht gedacht.

Ich meinte sowas wie „jetzt schauen wir mal in einen dunklen Raum in den Dungeon was da ist“. (Das grundlegende Gameplay und der Begriff „Dungeon“ war Sohnemann wohl schon aus einer grundsätzlichen und unvermeidlichen Nerdifizierung heraus bekannt.) Dann hab ich ihm gezeigt, dass man im PDF die Würfel anklicken kann und dann sagen lassen kann was passiert: „Nichts, der Raum ist  leer. Mal schauen, was der nächste Raum bringt.“ So gings dann los. Ich meinte es wäre ja nun auch ein wenig Zeit vergangen und wir müssten mal schauen, ob irgendwas passiert ist. Schnell die Tabelle der Ereignisse (Wandernde Monster & Co) angeklickt, Zufallsergebnis produziert und so weiter.

Wir sind dann in einen Raum gekommen, da waren plötzlich wandernde Monster, seltsame Geister, die alle Lärm machten. Und nun brauchten wir Werte und so langsam einen Namen. Also haben wir kurz eine Pause gemacht. Es gab 4 Seiten mit männlichen Namen, eine mit Frauennamen, also haben wir gewürfelt und ins Blaue geschossen, heraus kam: Myrine, die Skythin, wie die Vorgängerin aus dem bereits erwähnten Spiel (übrigens sehr stimmungsvoll, eines der schönsten Spiele auf dem iPad und jetzt wo ich drüber nachdenke gibt es da auch Parallelen zu Katabasis, ich meine Skythen & Geister? Ich kann übrigens den Soundtrack von Jim Guthrie wirklich empfehlen). Das haben wir gleich als Textfeld bei dem verlinkten Charakterbogen eingegeben.

 

 

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Myrine?

 

Dann haben wir die 6 Werte ausgewürfelt, verteilt und eingegeben. Myrine war eigentlich recht durchschnittlich, etwas anfällig, aber stark und mit Glück gesegnet. 3W für Silber und schnell Standardausrüstung eingekauft: Rüstung, Schild, die günstige Abenteurer-Standard-Reisetasche und schließlich Dolch, Speer, Wurfspeere. Es blieb genau ein Silberstück über. Myrine war gut ausgerüstet, aber blank. Der Dungeonrun musste was werden.

Nun gings weiter. Das ganze hatte so 5 Minuten gedauert. Ein Rettungswurf musste her, die Geister haben uns entdeckt. Ich fragte Sohnemann, was wir machen sollten. Er sagte (gute Old-School-Instinkte): weglaufen. Also sind wir geflohen. Was er nicht wusste: die Geister waren nur klagende Schatten, unstoffliche Wesen die laut klagen und Charaktere verfolgen und mehr ein Ärgernis darstellen, weil man sie kaum los wird und sie andere wandernde Monster anziehen. (Aus dramaturgischen habe ich das mit dem Leid klagen weggelassen und sie einfach nur „laut“ genannt.)

 

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Harmloser Klagegeist oder doch der Obergeisterkönig von Mingi Taw?

 

Das Ganze ging noch wenig weiter und war eigentlich nur noch ein gaaanz durchschnittlicher Dungeoneerer-Alltag und gerade deswegen ziemlich cool.

Myrine konnte langsam im Dunkeln besser sehen (+2 Schicksal!), entdeckte aber nichts in den neuen Räumen, auch traf sie auf keine Geister. Irgendwann merkte sie, wie sie Gänsehaut bekam und, dass die Kleidung kaum noch wärmte. Wechselkleidung war im günstigen Abenteurer-Paket nicht dabei. Was nun? Sohnemann meinte: lieber raus. Myrine begab sich also wieder auf den Heimweg, schaute dabei noch in ein, zwei Räume (nix) und schritt dann ins blendende Tageslicht. An der Oberfläche beschrieb ich, dass gerade ein warmer Sommertag war und wie Myrine sich in einer geschützten Stelle ein kleines Lager errichtete, Fallen auslegte, Zweige für provisorische Fackeln sammelte und sich schließlich abends ein Lagerfeuer machte und was aß um sich dann noch mal irgendwann wieder in den Dungeon zu begeben. Auch diesmal fand sie nichts und stieß auf keine Wandernden Monster. Nur gingen ständig die Fackeln aus, ihre Augen passten sich wieder schnell an die Dunkelheit an (+2) und irgendwann war ihre Kleidung wieder irgendwie klamm. Wieder auf dem Rückweg würfelte ich, dass sie in einen Raum mit einem Schatz gelangt! Doch der war bei einem Toten. Also beschrieb ich wieder, wie der Raum genauso leer und unspektakulär aussah wie jeder andere, aber nicht sofort einsichtig war und, dass Myrine mit der Fackel die Wände abging. Plötzlich hinter einem verdeckten Bereich fand sie eine Grabstätte! Da drin sollte also ein Schatz sein, was ich natürlich nicht sagte. Sohnemann wollte aber nichts davon wissen und schnell wieder zurück. Ich hab noch beschrieben, wie Myrine rausgelaufen ist und einen ziemlichen Schreck bekommen hatte und dass ihr lauter Fragen durch den Kopf schossen.

Morgen gehts (hoffentlich) weiter, ich bin gespannt.

Vor allem finde ich aber cool, dass es auch so geht, einfach nur mit PDF, Links zu Zufallsgeneratoren und PDF-Reader mit Notizfunktion. Steve Jacksons und Ian Livingstones Warlock of Firetop Mountain hab ich mit Sohnemann schon mal ausprobiert, aber das war zu schwer (auch das Kartografieren ist wohl notwendig und war noch zu schwer..) und Joe Devers und Ian Pages Silberstern der Magier liegt noch unversucht im Regal. Mann, das heute hätte ich vielleicht sogar einfach nur mit dem Tablett machen können..Hm, sehr cool. Mal schauen, vielleicht gibts demnächst mehr Gute-Nacht-Abenteuer und vielleicht wird daraus ja mal n (Mega-)Dungeon ;)

 

sword-and-sworcery-ep-depths-on-deviantart-wallpaper-2d-platformer-images-superbrothers-sword-sworcery-ep-wallpaperHier eine weniger abstrakte Darstellung der namenlosen Heldin aus Sword & Sworcery

 

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