Für 25 Tonnen Silber

Geschichte ist manchmal denkwürdig:

In der Antike wurden Sklaven genutzt, um in den Silber- und Goldbergwerken zu arbeiten. Es war unwahrscheinlich, dass ein Sklave diese Arbeit länger als vier Jahre überlebte. Durch die hohe Sterblichkeit wurden ständig neue Sklaven herangeschafft, über 5000 pro Jahr. Damit die Welt jährlich 25 Tonnen Silber produzieren konnte, mussten durchgehend 20 000 Sklaven arbeiten, die meisten waren Kriegsgefangene.

In seiner kurzen Lebenszeit hat ein Sklave knapp über 5 Kilogramm Silber zutage gefördert, 5 Obolen täglich, fast eine Drachme. Dabei war diese Menge noch nicht der Profit, ein nicht unbeträchtlicher Teil musste für die Unterhaltung des Bergbaubetriebes aufgewendet werden. Insgesamt entsprach die geförderte Menge genau dem Lohn, den ein griechischer Arbeiter in der gleichen Zeitspanne erhielt – oder ein Soldat.

Bis zum 1. Jahrhundert nach Christus verzehnfacht sich diese Dimension im römischen Imperium fast. Danach sind die Bergwerke leer und Rom geht unter.

Von 10 Silberstücken aus dieser Menge sind bereits nach 100 Jahren 9 verschwunden und verrostet.

C.C. Patterson: Silver Stocks and Losses in Ancient and Medieval Times.

Advertisements

Sprich, Freund, und tritt ein!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: