Rollenspiel und Rollenspieltipps der alten Griechen

Es wäre doch gelacht, wenn die geballte Weisheit der Griechen nicht auch für ein paar Rollenspieltipps taugen würde? Und in der Tat scheinen einige Sätze mehr als zu passen, Zufall?

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Der Mathematiker Pythagoras bewies die Vielseitigkeit geometrischer Würfelformen und löste die bis dahin beliebten astragaloi genannten Sprunggelenkknöchelchen von Paarhufern ab. Somit konnte der ethische Vegetarier die Kontroversen um die frühe Rollenspielindustrie beseitigen und sich selbst dem beliebten Hypogäen & Hydren™ hingeben.

1. Wen wundert’s, dass Homer Old-School spielt?

Besser, wer fliehend entrinnt einer Gefahr, als wen sie ereilt.

2. Klar ist auch, dass gerade der große Systematiker und Begründer der Wissenschaft Rat weiß für den verzweifelten Spielleiter. Gary Gy…– äh Aristoteles:

Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen.

3. Sokrates widerspricht ihm. Ist er ein Anhänger der Philosophie des System Matters?

Ein guter Start ist sicherlich keine unbedeutende Sache, hat aber nicht viel zu sagen.

fullAnaximander: Rules-Lawyender Powergamer oder bloß eifriger Mitspieler?

4. Immer noch wahr. Plato:

Beim Spiel kann man einen Menschen in einer Stunde besser kennenlernen, als im Gespräch in einem Jahr.

5. Frühe Überlegungen für ein Stuntssystem? Herodot:

Große Taten werden für gewöhnlich unter großem Risiko unternommen.

6. Versuch einem Schüler das Rollenspiel zu erklären. Sokrates:

Sei, was du scheinen willst. 

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Auch die Griechen kannten schon die Maske des Meisters. Da gab es die sogar in netter und in böser Ausführung, damit die Spieler wirklich verstehen, in welcher Lage sie sich befinden.

7. Ein gutgemeinter Tipp für die Spieler. Äsop:

In Einheit ist Stärke.

8. Der vielleicht wichtigste Tipp für Spieler bereits von Herodot in die Debatte eingebracht:

Wer sich zur Tat entschließt, dem gehört der Sieg.

9. Schwierige Quellenlage: Ein Vorschlag, Gold in Erfahrungspunkte umzuwandeln oder doch eher mehr Ausrüstungslisten zu haben? Äsop:

Reichtum, der nicht genutzt wird, braucht gar nicht zu existieren.

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Immer schon ein bisschen cheesy gewesen: Chimären.

10. War immer eine Hilfe für Neueinsteiger ins Hobby. Sokrates:

Ich habe mich stets bemüht, die, mit denen ich verkehrte, besser zu machen.

11. Aber als Spielleiter total versagt. Sokrates:

Was du auch tust, du wirst es bereuen.

12. Auch nicht besser. Solon:

Niemand ist vor seinem Ende glücklich zu preisen.

(c) National Trust, Nostell Priory; Supplied by The Public Catalogue FoundationCharaktererschaffung beim Rollenspielsymposion. Die Klassen waren Heros (Krieger), Sklave (Schurke/Dieb) und Philosophenkönig, der wurde aber nur von Plato gespielt.

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4 Antworten to “Rollenspiel und Rollenspieltipps der alten Griechen”

  1. Excellent! :-)

  2. Danke Jed, willkommen auf dem Blog!

    Das mit dem aktuellen Karneval hab ich noch gar nicht bedacht, aber du hast Recht: Mit Lesen und Schreiben war es ja auch damals nicht so weit her – längst nicht so gut wie heute! (Ich glaube bei mir heißt INT 14+, dass man lesen und schreiben kann.) Deshalb werden es wohl nur die gebildeten Bürger gespielt haben. Lesen und Schreiben wirkte für viele ja schon wie Magie – und das Hypogäen & Hydren™ natürlich auch, zumal die Würfel und Astragalen magischen Charakter hatten und die Themen ja auch magisch sind!

  3. Hallo Craula.
    Dieses Thema passt ja hervorragend zu dieser Woche, in der ich glücklicherweise meine neue RuneQuest-Runde in der – stark griechisch angehauchten – altertümlichen Stadt Meeros (aus dem RQ6 Regelbuch) begonnen habe. Die Zitate sind sehr clever ausgewählt. Natürlich auch die dazu ausgesuchten Bilder. Ich werde vermutlich eine längere Zeit in einem griechisch-römischen Setting spielen. Vielleicht gibt es dort auch schon kreative, erzählerische Würfelspiele. Würfel hatten die Griechen, ebenso hatten sie das Theater und die Liebe zu langen Heldenepen (Homer!), dazu natürlich auch die Affinität zur Mathematik usw. Jedenfalls danke für diesen cleveren, geistreichen Beitrag. Danach komme ich mir nun schon wesentlich schlauer und „humanistischer“ vor.

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