Neulich in Carcosa

Neulich in Carcosa gab es mitten in der Nacht einen Blitz und es flog eine New-Yorker Ubahn mitsamt Fahrer aus dem Himmel mitten in das Hügelland südlich von Carcosa. Leider zerquetschte sie einen reisenden Krieger vom weißen Volke. Barney, der Ubahnfahrer konnte sich dem Sterbenden nicht verständlich machen und nahm sein Hab und Gut an. Doch auch zwei weitere Wesen waren auf den Blitz in der Nacht aufmerksam geworden. Eines kündigte sich mit einem Schrei aus nördlicher Richtung an.
Geistesgegenwärtig zog sich Barney in die Ubahn zurück, befestigte die Verkleidung des Feuerlöschers mit Panzertape an seinem linken Arm und nahm den Vibroschockspeer des weißen Kriegers in die rechte Hand. Mit einem tiefen Brummen kam hervor, was sich zuvor angekündigt hat, ein pilzverseuchter Riesenflügler (MR30). Wie weiße Dornen ragten Pilzfruchtkörper aus all seinen Gelenken hervor, hinter sich zog er eine Sporenwolkenspur her und er wurde von kleineren Fluginsekten begleitet. Das 3m große Insekt setzte sich auf die Ubahn, die mitten auf einen Hügel gelandet war. Doch da hat sich bereits ein Carcosier vom blauen Volk an das andere Ende der Ubahn angeschlichen. Drei Tage zuvor ist er aus der südlichen Eiswüste im Osten geflohen, als die nicht weit entfernte 70 Mann starke Armee des essentiellen Apotheoten, einem mächtigen Zauberer, sein Dorf überfallen hat. Wahrscheinlich wollten sie Sklaven für die dunklen Rituale erbeuten, doch im Verlauf der Kampfhandlungen mussten sowohl die Apotheoten und die blauen Dörfler feststellen, dass es nicht so einfach war: die verwundeten Dörfler stellten sich allesamt als bionische Menschen heraus! Dies war ihnen zuvor nicht bekannt, hatten sie doch Erinnerungen, die Jahrzehnte weit zurückgingen, in denen sie sich immer für Menschen gehalten hatten. Ob die blauen Halbmenschenroboter für die Rituale taugen, war den Apotheoten zu dem Zeitpunkt egal. Einer der letzten Flüchtlinge zog nun in die Hügel südlich von Carcosa. Er scheuchte nun den Sporenflügler auf, der in die Luft entschwand, um zu entkommen, aber als Barney seine Taschenlampe auf ihn strahlte, griff er ihn direkt an. Der blaue, künstliche Mensch eilte ihm zur Hilfe und zusammen erlegten sie den Sporenflügler. Verständigen konnten sich beide allerdings nicht. Barney ging zurück in die Ubahn, der bionische Mensch sortierte seine Programme um, kramte alle linguistischen Subroutinen hervor und optimierte sein System. Aber auch ein zweiter Kommunikatinosversuch zwei Stunden später, scheiterte. Schließlich versuchte er, den Sporenflügler zu sezieren, um etwas von ihm zu verwerten. Dabei löste er eine Sporenwolke aus, die ihn sofort blendete und seinem von Geburt aus verliehenem Titel „Augen des Hyades“ spottete. Genau in dem Moment erreichte ein weiterer Wanderer den Schauplatz. Es war ein junger Carcosier vom braunen Volk, ein Giftkundiger, der über 10 Tagesreisen von seiner befestigen Zitadelle in den verderbten Landen, weit im Nordosten, entfernt war. Dort lebte er bisher mit 14 anderen seines Volkes, der Rest, die jungen Burgbewohner, war auf Wanderschaft, um Artefakte zu bergen. Dieser Prüfung stellte sich auch er nun mit seinem stummen Diener, einem schwebenden, robotischen Scherpa, der ihm folgte und mit lauter Ausrüstung beladen war. Die Hügel sollten eine Höhle enthalten, in der weitere Technologie zu finden sein sollte. Zufällig verfolgte er auch den Sporenflügler seit einigen Stunden, dessen Oberschlundganglion sich zu einem hervorragenden Heiltrank verarbeiten lassen sollte. Und in der Tat, diese Teile des Sporenflüglers waren noch intakt.

Die Aussicht auf technologische Artefakte reizte den bionischen Menschen und auch Barney entschloss sich, mit den beiden Fremden mitzugehen, von denen der Blaue ihm seit dem Morgen immer verständlicher erschien. Die Reise des Tages führte die drei in den Norden, wo sie ein riesiges Minenloch entdeckten, 100m im Durchmesser, der Grund war nicht zu sehen, Nebel füllte den Krater tief unten. Am nächsten Morgen näherte sich eine Gruppe von 120 schwarzen Menschen, sie konnte aber vermieden werden. Im Lichte des Tages ließ sich erkennen, dass mehrere Schächte in der Innenwand der Höhle enthalten waren. Die Gruppe kletterte in einen hinein und an einem Pteron-Nest vorbei. In der Dunkelheit der Schächte fanden sie mehrere Hände voll unidentifizierter Ausrüstung. Eine defekte, unregelmäßig flackernde Energiebarriere verletzte aber die Augen des Hyades sehr, als er sich durch sie hindurch bewegte. Beim Rückweg allerdings folgten ihnen die Pterons schnatternd und lockten alle anderen aus den hallenden Schächten hervor, die Gruppe lief vom Krater weg, als sich eine Pteronsäule in die Luft hob, einige attackierten die Gruppe, die sich laufend immer wieder auf den Boden warf und so viel Unheil abwenden konnte, doch der blaue Menschroboter verlor hier fast sein Leben. Die Beute war 1 Kilo Alientechnologie, von der sich auf dem ersten Blick eine Batterie identifizieren ließ. Doch noch weitere Geräte warteten in dem Haufen nur darauf, verstanden zu werden, so viel war klar. Vielleicht stünde nun an, einen kundigen Weisen dieser Technologien zu finden, so dass der junge, weitgereiste Carcosier bald wieder erfolgreich in seine Heimatzitadelle zurückkehren konnte, vielleicht würde auch der blaue Kunstmensch noch einige Programme und Speicher finden, um sich weiter zu entwickeln.

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