Moebius und Carcosa

Kürzlich hat Alex Mayo etwas über sein Traveller/Carcosa-Mix geschrieben (übrigens eine sehr interessante Zusammenfassung der Sitzung) und ein Bild des kürzlich verstorbenen Jean Henri Gaston Giraud aka Moebius gepostet, das sehr stimmig war und gut zu Carcosa passte. Moebius Welten sind sehr fremd und düster, aber eher surrealistisch als auf dem ersten Blick bedrohlich. Wüsten sind ein besonders häufiges Motiv. Anbei einige der fantasievollen Bilder von Moebius, die recht gut eine Interpretation von Carcosa liefern könnten.

Die kurzen Arzach-Comics von Moebius treffen die Fremdheit von Carcosa wohl am besten. Nehmen wir zum Beispiel diese Seite:

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Hier haben wir eine Tentakelwüste, aber es sind nicht cthulhueske oder japonistische Tenktakel, sondern einige erst einmal weniger bedrohlich wirkende, dennoch sehr einfach und ursprünglich im Design.

Auf dieser Seite wird etwas mehr über Arzachs Geschichte erzählt. Interessant für Carcosa finde ich die Idee, dass es wenige sehr spezialisierte Gruppen geben könnte, die besondere Aufgaben erfüllen könnten. Hier erschaffen die grünen Menschen von Charadines Arzachs biomechanischen Pterodactylus.

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Allein dieses Bild bietet einige Pflanzen für eine surreale Zufallstabelle für Vegetation.

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Wann immer man ein Bild sieht, das auf dem ersten Blick keinen Sinn macht (und das gibts öfter bei Moebius), könnte man es mit einem carcosianischen Ritual zu tun haben.

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Noch mehr Eindrücke von Girard „Moebius“ gibt es hier und hier.

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7 Antworten to “Moebius und Carcosa”

  1. ah cool, danke für die Empfehlungen, von Kiki hatte ich noch nix gehört, da schaue ich heute noch mal rein!

  2. Hm, WordPress hat meinen zweiten Kommentar von gestern wohl geschluckt… drum nochmal:

    Meine Lieblingswerke von Hayao Miyazaki:

    ● Nausicaä aus dem Tal der Winde
    Der Manga, nicht der Film! Ein episches Meisterwerk, eine Öko-Fantasy (mit SF-Touch), gezeichnet in einem Stil, den man nur als Hommage an Moebius bezeichnen kann. Wirklich viel, viel besser als der Anime, den Miyazaki danach machte. (Ein Schicksal, das Nausicaä mit Otomos Akira verbindet…)

    ● Prinzessin Mononoke
    Raue, mystische, märchenhafte Fantasy mit Öko-Einschlag im historischen Japan. Kein einfaches Gut-Böse-Schema, alle Figuren haben nachvollziehbare Motivationen. Großes Kino.
    Und ein Lehrstück für Spielleiter: Wenn man seine Fraktionen so in eine Sandbox einbaut, schreiben sich die Abenteuer(ideen) von ganz allein.

    ● Kikis kleiner Lieferservice
    Ich weiß, dass Totoro als das Aushängeschild von Ghibli dient, aber Kiki finde ich insgesamt charmanter, runder, besser.
    In einem fantastischen Europa zur Zeit der Zeppeline geht eine 13-jährige Hexe auf ihr Lehrjahr und eröffnet in einer namenlosen Hafenstadt einen Botendienst per Besenstiel.
    Den habe ich schon 10- oder 15-mal gesehen, ist der absolute Lieblingsfilm meines Sohnes (noch vor Star Wars…!)
    Ich entdecke bei jedem Gucken neue Details, die mich vor Ehrfurcht vor der großen Animationskunst Miyazakis auf die Knie fallen lassen (als Kiki in dem alten Ofen der Großmutter den Pie backt, als sie die Glühbirne auswechselt, das Gemälde der malenden Einsiedlerin).

    Und noch ein Nachtrag zur luftdichten Garage: Die gibt es mittlerweile auch in einer nachkolorierten Fassung. Ich ziehe allerdings die ältere Schwarzweiß-Version vor, die ist urtümlicher, man sieht Moebius‘ rohen Filzstiftstrich besser und erkennt deutlicher, dass die Story spontan entstanden ist.

  3. Ich hab erst gestern angefangen, das Werk zu sichten, bin aber bereits jetzt traurig, dass es nicht noch mehr von Arzach gibt. Die hermetische Garage fehlte noch in meiner Liste, danke ;)

  4. Ein schönes Zitat von Moebius:
    „I think that all great artists did work on perception. This is what causes that suddenly, we are surprised by an artwork, whether by a writer, a musician, or anything; suddenly, he shows something that everyone had right in front of them but that nobody had seen.“
    http://www.nausicaa.net/miyazaki/interviews/miyazaki_moebious.html

  5. Ehrlich gesagt bin ich erst jetzt so richtig auf Moebius gestoßen und hab mir mal im Zuge des Rollenspiels etwas mehr angesehen (Herrscher der Zeit, Incal und das obengenannte) aber auch einiges im Dunstkreis von Rene Laloux (Gandahar, Fantastic Planet). Auf Studio Ghibli bin ich in den letzten Jahren irgendwann gestoßen. „Mein Nachbar Totoro“ ist ja zum Beispiel ein Superfilm, den man auch schon mit sehr kleinen Kindern sehen kann (vor 3 Jahren mit meinem jetzt 7jährigen Sohn). Mein Favorit ist immer noch „Chihiros Reise ins Zauberland“. Aber du bringst mich noch mal auf die Idee, bei Prinzessin Mononoke für Inspiration reinzuschauen..

    • Meine Lieblingswerke von Moebius:

      ● Die hermetische Garage des Jerry Cornelius
      Eine „Stream of Conciousness“-artige Story, entstanden ohne Plan und unter Ignorierung fast jeder comic-üblichen Dramaturgie in 1-3-seitigen monatlichen Fortsetzungsschnipseln.

      ● Arzach
      Die originalen „stummen“ Kurzgeschichten, die zu eigenen Interpretationen einluden, nicht der posthum veröffentlichte Nachklapp.

      ● The Long Tomorrow
      Eine zweiteilige Kurzgeschichte (eine SF-Interpretation von Mickey Spillanes „Ich der Richter“), die zusammen mit Dan O’Bannon (Drehbuch „Alien“) entstand und eines der prägenden Werke der SF ist… Gibsons Cyberpunk, Scotts Blade Runner, Bessons Das fünfte Element und nicht zuletzt Moebius‘ eigener John Difool sind hier schon angelegt gewesen.

      ● John Difool
      Der schwarze Inkal, Der Inkal des Lichts, danach wird’s gar zu esoterisch…

  6. Meine Güte, ich war mal so ein Moebius-Fanboy, dass ich als Jugendlicher sündhaft teure französische Deluxe-Hardcovers seines Oevres kaufte, die ich nicht mal lesen konnte…

    Und ich ärgere mich immer noch, dass ich die gemeinsame Ausstellung mit Hayao Miyazaki in Paris verpasst habe. Zwei Zeichnergötter, die sich gegenseitig bewunderten und inspirierten…

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