Wenn ich eine Frage über Rollenspiel gerne beantwortet bekommen hätte

– und jetzt hab ich ja schon einen Blog, dann kann ich’s auch gleich posten – dann würde ich nur allzugern wissen, wieso sich plötzlich so aus dem Nichts heraus Anfang der 70er Rollenspiele langsam entwickelt haben. Ich meine was ist die kritische Komponente, die zu diesem Zeitpunkt dazukam? Stifte, Zettel, Phantasie und Würfel gab es schon vorher und mehr braucht es ja nicht. Soziologen, Ludologen, Historiker und Marxisten erklärt es mir. Warum ist es nicht im Jahre 323 vor Christus auf einem Symposium Alexanders des Großen in Babylon entstanden? Dabei wurde Rollenspiel ja auch in Amerika oft unter Soldaten gespielt (wegen der Wargames-Wurzeln oder weil die viel Zeit und Langeweile hatten?). Auch abgedrehte Theorien wären mir hier lieb a la „im Kalten Krieg war es überlebenswichtig für alle Menschen, ihre Phantasie zu trainieren“ oder so was wie „Rollenspiele gab es schon immer, D&D war ein Erfolg, weil das dann – typisch amerikanisch – vermarktet wurde“ ;)

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13 Antworten to “Wenn ich eine Frage über Rollenspiel gerne beantwortet bekommen hätte”

  1. Hallo Roland, danke für den Beitrag und entschuldige die sehr späte Freigabe deines Postings, der ist wohl Opfer meiner WordPress-Unerfahrenheit geworden. Habe jetzt erst gesehen, dass er in den tiefen des Interfaces gelagert wurde und auf die Freigabe gewartet hat.

  2. Hallo Herr Elch, ich hoffe dass XKCD da richtig liegt, dann hätte ich ein ganz anderse Bild von der Menschheit, eines das ich viel lieber hätte

  3. Naja. Wer weiß, ob Rollenspiel nicht schon viel früher erfunden wurde? http://xkcd.com/593/

  4. So ne Replika für 2,- EUR beim Laden gegenüber wär hüsch..

  5. Hallo Fara, willkommen auf meinem Blog!
    @ghoul: stylisch, weiß nicht was ich besser finde: die Symbole oder das abgenutzte Material

  6. Wer mir das mit dem römischen W20 nicht abnimmt, schaue hier:
    http://boingboing.net/2008/06/12/ancient-roman-d20-fo.html

  7. Ja ich glaube das beantwortet meine Fragen. Ich sehe so langsam auch die Vorteile, einen Blog zu haben, danke.
    Die Amazon-Bewertungen wirken auch sehr vielversprechend. Könnte sein, dass ich demnächst hier mal ein paar Anekdoten daraus poste.

  8. Genau wie die Entwicklung vom Wargame zum Rollenspiel (bzw. der Vermischung der beiden Spieltypen) gab es eine Entwicklung zu strukturierteren Erzählspielen. Rollenspieltheorie existiert schon, seit es Rollenspiele gibt, und die ersten „Handbücher zum Geschichtenerzählen“ sind ein paar tausend Jahre alt.
    Seit ca. 20 Jahren gibts durch das Internet aber wesentlich mehr Austausch unter den Spielern und vor ca. 10 Jahren entstanden, mit Print-on-Demand Technologien und noch weiter verbesserter Informationsverbreitung durchs Netz, Möglichkeiten für Jedermann, seine Spiele, Literatur usw. zu veröffentlichen.

  9. Die beste Antwort:
    http://www.amazon.de/Playing-World-Simulating-Adventures-Role-Playing/dp/0615642047
    720 Seiten Rollenspielgeschichte!

    Von dem Betreiber dieses Blogs:
    http://playingattheworld.blogspot.de/

    Wirklich, umfassender und genauer (dank Recherche in Originalquellen und Gesprächen mit Leuten, die dabei waren) geht es nicht.

    (Das Ding ist ein Print-on-Demand-Titel, deutsche Bestellungen werden bei Amazon in Leipzig gedruckt.)

    • Alternativ ist der Titel auch bei DTRPG erhältlich.

      @ Topic: soweit ich das mitbekommen habe, verlief der Prozess in den ’70ern größtenteils evolutionär als revolutionär. Gygax, Arneson und Co. haben irgendwann angefangen, Wargaming auf Skirmish-Ebene mit Helden aus Pulp/SF und Mythen zu kombinieren und daraus Geschichten zu spinnen.

  10. ps: ich kenne nur diese Knöchelknochen (Astragaloi), ein guter Freund vor mir kennt die noch aus Kirgisien und meinte, da werden die immer noch als Würfel benutzt. Die sind wohl nicht perfekt balanziert und bei den Griechen mit den Werten 1, 6 und 3 und 4 interpretiert worden. Eine andere Form sind ja auch so rollende Würfelzylinder, damit kann man ja beliebig viele Seiten darstellen..

  11. Naja stimmt aus dem „Nichts heraus“ ist übertrieben, ansonsten: Schöne Erklärung!
    Mir fällt da gerade noch der Scherz vom Rollenspiel im Rollenspiel ein: Man schleicht durch den Dungeon, öffnet ne Tür und dann spielen da einige Wachen Rollenspiel. Gefährlich wird es, wenn sie so was wie die eigenen Figuren bewegen ;) Ob das auch nur in einer Wargame-Kultur geht? (Scherz beiseite)
    Dann aber bei den Erzählspielen: Wieso verlief da die Entwicklung von so etwas wie Fiasco oder In A Wicked Age über die Würfelrollenspiele, vor allem auch über die sehr komplexen Rollenspielregelwerke ab den 80ern? Die Regeln sind ja nicht so lang, aber vielleicht ist es ja so, dass Ideen sehr lange brauchen, um sich zu entwickeln (das erklärt vielleicht auch, warum es manchmal so schwer fällt, Nichtrollos zu erklären, was ein Rollenspiel ist).
    Da bei dem „Bumms“ geb ich dir recht und ich glaube, so ganz genau, was dann genau passiert ist, weiß wohl keiner. Plötzlich gab es auch Rollenspieltheorie, Handbücher über dsa (sic) Geschichtenerzählen und Frauen an den Spieltischen.

  12. Naja, den W20 gibt es schon seit 2000 Jahren.

    Ok, im Ernst: Ich denke nicht, dass D&D „aus dem Nichts entstanden“ ist. Die US-Wargames der 70 waren, im Unterschied zum preussischen Kriegsspiel, eben keine Methode, um den Krieg zum Zweck der Vorbereitung für den Ernstfall zu simulieren, sondern ein hobbymässiger Zeitvertreib. Dabei wurden spielerisch viele Parameter variiert, irgendwann kam man dabei von der Scharmützel-Simulation mit kleinen Gruppen auf die individuelle Ebene einzelner Protagonisten hinunter. BUMMS! Da war es! Plötzlich konnte man sich mit Figuren identifizieren, man hatte ein anderes Spielerlebnis und somit auch ein anderes Spiel.

    Das mit dem W20 stimmt übrigens wirklich.

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