Tunnels & Trolls meets Jennell Jaquays‘ Caverns of Thracia – Zwischenbericht

Ich habe bereits einiges zu meinem Setting geschrieben. Gestern hatten wir eine längere Sitzung. Es folgt ein kurzer Zwischenbericht.

Kurz zum Setting. Es ist das Jahr 270 v. Chr. Die Spieler haben mehrere Spuren von goldenen Wertgegenständen verfolgt und sind in Apollonia Pontike gestrandet. Von hier aus haben sie sich im Gymnasion getroffen und mit unterschiedlichen Konstellationen Runs auf eine 2 Tagesmärsche nach Südosten weit entfernte thrakischer Ruine gemacht. Wo wir bei den Caverns of Thracia wären. Kurze Infos:

1. Ich hab mehrere Änderungen vorgenommen: Tribesmen wurden durch orphische Kultisten ersetzt, Dog Brothers, Lizardmen usw. durch Söldner, die sich etabliert haben und auch Schätze suchen. Der dritte Level wird wohl noch modifiziert und mit der Karte von Phaistos zusammengeschmolzen, der vierte Level ersetzt Richtung Megadungeon, so dass die Caverns einen Eingang zu einem Megadungeon markieren. Eine Überlegung ist es, in den Megadungeon noch andere Settings einzubauen wie Dark Towers..

2. Das Ganze ist als Open Game Table von Justin Alexander ausgespielt. D.h. Die Charaktere machen Expeditionen in den Dungeon und sind am Ende der Sitzung raus. Man hat einen größeren Pool an Spielern, die sich je nach Lust zusammentreffen. Der Dungeon ist also so etwas wie eine persistente Welt.

3. Die Charaktere leveln durch Silber (wobei D&D-Gold zu Silberdrachmen gemacht wurden)

Gestern haben sich dann vier Spieler in einer neuen Konstellation aufgemacht. Dabei waren

1. Helios Poliorketes, auf Verteidigung ausgerichteter Krieger, Makedone aus Baktrien, Level 2. Meister der Militärgeschichte.

2. Testikles, Einzelgänger mit zwei Sikarios-Messer (Kukris), thrakisch-stämmiger Gymnast aus Apollonia, Level 2. Schmied.

3. Kyros, Magier Level 1, griechischer Priester eines dionysischen Mysterienkultes, mit unglaublich guten Kampfwerten aber noch nicht in der Lage, seine Zaubersprüche einzusetzen (bis auf die Fähigkeit, magische Auren zu entdecken). Der Spieler hat zum ersten Mal Tunnels & Trolls gespielt und den Charakter am Anfang der Sitzung gemacht. Meister des arkanen Wissens.

4. Aleuax, Thraker. Level 1 Einzelgänger. Der einzige mit Fernkampfwaffen (Wurfspeeren), ansonsten auch 2 Sikarios-Messer. Meister der Heimlichkeit.

Das Leben eines Grabräubers
Nachdem Aleuax zuvor in einer anderen Gruppe die Schatzkammer der Kultisten aufgespürt haben, aber dort in eine Falle gelaufen sind, sind sie nun in einer neuen Gruppe unterwegs. Bisher haben alle meiner 3 Exkursionen (+1 Probespiel) den südlichen Eingang B in den Dungeon verwendet. Heute haben sie zum ersten Mal den Weg von der Hängebrücke nach Osten verwendet. Dort haben sie in einer ersten Sitzung die Wachen bekämpft und erkannt, dass die Holzstatue in Raum 16 wertvoll sein könnte, bzw. die Juwelen in ihren Augen.

Sie belagerten den Raum, konnten aber nicht über die Hälfte in Richtung Westen zur Holzstatue vordringen. Zwei magische Kohlepfannen haben einen dichten Dampf verursacht, durch den sie nicht weitergehen konnten. Zuvor haben die Charaktere auf der Hängebrücke gegen die ersten 2 Wachen aus dem Raum gekämpft und sie getötet. Diese konnten aber noch die zwei anderen Wachen noch alarmieren. Diese kamen heraus, kämpften und mussten sich dann aber zurückziehen. Sie sind in den bis dahin noch unerkundeten Raum hineingelaufen und haben sich hinter den Vorhängen bei der Holzstatue versteckt. Zwei Spieler sind hinterhergelaufen, wussten aber nicht, ob die Wachen durch den durch Eisengittern versperrten Ausgang geflüchtet sind. Den ersten Vorhang haben sie noch zur Seite geschoben und wollten da auf die anderen beiden Spieler warten (Aleuax ist von der Brücke gefallen, hatte aber ein Seil an der Hüfte, Helios hat ihm wieder hoch geholfen.) Genau in dem Moment sind die beiden Wachen hinter den anderen Vorhängen hervorgeschossen und haben die Spieler angegriffen. Sie mussten sich aber auch dann zur Statue zurückziehen. Doch die Charaktere konnten ihnen nicht in den dichten Nebel, der durch die Kohlepfannen verursacht wurde, folgen. Als sie es probierten, wurden sie verflucht (Glück-verringerungen um jeweils 1W. bei mir heißt das Attribut aber Schicksal).

Die schwerverletzten Wachen haben sich zurückgezogen und den Vorhang zugezogen. Doch die Spieler waren nun scharf auf die Holzstatue, auf die sie kurz einen Blick werfen konnten. Nach langer Überlegung warfen sie einen Speer in den schweren, schwarzen Ledervorhang, an dem ein Seil befestigt war. Sie zogen dann den Speer zu sich und hatten wieder Blick auf die Statue. Helios nahm seinen 3-meter langen Speer und hielt den Vorhang offen, während Aleuax versuchte, einen mit einem Seil verbundenen Speer tief in die Holzstatue zu treiben. Dies gelang ihm schließlich, die Statue fiel um. Die schwer verletzten Wachen außerhalb des Sichtbereichs wollten ihre Gottheit nun schützen und wagten sich aus der Deckung um das Seil abzuschlagen. Dabei wurden sie von Aleuax unter Speerbeschuss genommen und zogen sich unverrichteter Dinge zurück. Die Spieler zogen nun die Holzstatue zu sich, drehten sie um und entnahmen zwei dunkelblaue, mit goldenen Funkeln durchdrungene Lapis Lazuli aus ihnen im Wert von jeweils 200 Silberstücken (1000 braucht ein Charakter um von Level 1 auf 2 zu steigen).

Die Gruppe machte sich wieder auf nach Apollonia, verkaufte die Edelsteine, bronzene Knemiden, einen Bronzethorax und zwei korinthische Helme. Daraufhin machten sie sich noch einmal in den Dungeon auf, um die Schatzkammer bei 25 zu plündern. Den Raum habe ich etwas umdesignt. Er war mit Eisengitter in Ost-West Richtung durchzogen und so in 3 Teile geteilt zu 3.3 x 10 m. In den nördlichen und südlichen Bereichen war jeweils eine Schatzkiste in der Mitte. Jeder dieser Bereiche Bereich war durch eine Gittertür betretbar. Jetzt waren aber beide verschlossen. Im südwestlichen Teil hat ein Kultist an einer Kurbel gedreht und einem Bären aus 26 Leine bzw. Kette gegeben, der nun die Charakter angriff. Während des Kampfes hat er den Bären zurückgezogen, währenddessen haben die schwer bewaffneten und gepanzerten Kultisten aus den Bereichen hinter den Gittern mit Lanzen auf die Charaktere eingestochen. Als Bär und Charaktere am Korridor zu 26 standen haben zwei Wachen auf einen Befehl hin die Türen aufgeschlossen, die sich nach Osten in den mittleren Bereich geöffnet haben und zusammen eine Gitterwand gebildet haben, die sich sofort verriegeln ließ. Während dieses Manövers haben die Charaktere den Bären erstochen, waren nun aber in der Falle.

Die Gegner haben auf sie eingestochen. Als die schwer gerüsteten Charaktere dies abblocken konnten ist schließlich einer der Wachen weggelaufen, um Verstärkung zu holen. Diese haben eine Kohlepfanne mitgebracht, in den Raum gestellt und mit Drogen gefüllt (u. a. Cannabis). Dann haben sie die massive Ost-Tür des Raumes geschlossen und die Dämpfe wirken lassen. Jede Runde haben die Charaktere nun 1W3 Geschicklichkeit verloren. Sie haben es aber schnell geschafft, mit einer Drehkurbel und Lederriemen die Stäbe zu verbiegen, und hatten nur 2x1W3 wegen des passiv-Durchziehens als Malus einstecken müssen. Das alles war nur möglich, weil ein Charakter einen L3-Stärke-Wurf auf Anhieb schaffte und die Stäbe verbiegen konnte. Dadurch hat sich ihre Kampfeffizienz weiter verringert. Am Ende haben sie es aber mit den beiden Kisten herausgeschafft, während überall im Dungeon Truppen zusammengetrommelt wurden und die Nachricht von der Plünderung auch bei den mit den Kultisten verfeindeten Söldnern ankam. Daraufhin starteten überall Kämpfe und Chaos. Ergebnis: weitere 1000 Silber.

Feedback zu Tunnels & Trolls
Generell war es eine sehr gute Runde. Problem war, dass der Kampf am Ende sowohl etwas zu sehr eine Pattsituation war und die Spieler nicht so sehr mit neuen Ideen um sich geworfen haben, wie in der ersten Situation mit der Holzfigur. Dazu kommt, dass ich die Pattsituaion nicht genug durch NPC-Ideen und Veränderungen der Kampfbedingungen abgebaut habe. Außerdem waren die Spieler sehr sehr gierig und kamen damit durch. Das hat mich erst gestört, aber im Nachhinein war die Entwicklung des Abends sehr gut, wenn man berücksichtigt, dass  es sich um den ersten Level des Dungeons handelt. Auf Level drei müssten sie sich mehr einfallen lassen. Der Spieler von Kyros meinte nach dem Spiel, dass das System sehr ungewöhnlich und inspirierend ist. Ich sehe es genauso.

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